Die Kaphalbinsel (engl. Cape Peninsula) ist eine der spektakulärsten Küstenlandschaften Südafrikas. Sie erstreckt sich südlich von Kapstadt rund 50 Kilometer in den Atlantik hinein und bildet den südwestlichsten Ausläufer des afrikanischen Kontinents. An ihrem Ende liegt das berühmte Kap der Guten Hoffnung.
Geografisch gesehen ist die Halbinsel ein schmaler, gebirgiger Rücken, der vom Tafelberg in Kapstadt bis zu den steilen Klippen im Süden reicht. Die Bergkette zieht sich wie ein Rückgrat durch die gesamte Region und trennt die beiden Ozeane, den Atlantik auf der Westseite und den Indischen Ozean, hier in Form der False Bay auf der Ostseite ("Falsche Bucht", da sie oft fälschlicherweise als Anfahrtsweg nach Kapstadt gehalten wurde). Die hier aufeinander treffenden und auch vom Land aus spürbaren Kräfte der Natur lassen erahnen wie all die Schiffe und Seefahrer, allen voran Bartolomeu Dias, sich hier noch vor Kurzem ins Zeug legen mussten um zu überleben und um sich auf den Weg zu machen die Weltreiche zu erkunden und zu erobern.
Große Teile der Kaphalbinsel gehören zum Table Mountain National Park und stehen unter Naturschutz. Hier findet sich die einzigartige Fynbos-Vegetation, ein artenreiches und einmaliges Ökosystem. Hier sind auch Paviane, Strauße und nahe Simon’s Town auch Pinguine zu Hause. Zwischen Juni und November kann man mit etwas Glück sogar vom Ufer aus Wale beobachten.
Auf jeden Fall gehört Cape Point mit seinem schönen Leuchtturm am Ende der Landzunge und das Kap der Guten Hoffnung zu den beliebtesten Ausflugszielen Kapstadts. Spektakuläre Straßenverläufe, die Spielarten des Meeres, kilometerlange Sandstrände, hübsche Fischerorte und atemberaubende Klippen säumen den Weg.
Highlights
Die Kaphalbinsel kann man gut auf einer Rundfahrt erkunden.
Hier wird die Reihenfolge so gewählt, dass man – aufgrund des Linksverkehrs – auch immer an der Meerseite entlangfährt. Am Ende des Ausflugs kann man dann gegebenenfalls auch noch den Sonnenuntergang über dem Atlantik genießen, wenn man auf dem Weg über Camps Bay zurück nach Kapstadt ist.
Die hier vorgeschlagene Route:
1. Kapstadt - Kalk Bay - Fish Hoek - Simon's Town (ca. 40 km)
2. Simon's Town - Boulders Pinguine Beach - Kap der Guten Hoffnung - Cape Point (ca. 25km)
3. Cape Point – Noordhoek Beach – Chapman’s Peak Drive (ca. 50km)
4. Chapman’s Peak Drive – Hout Bay – Camps Bay – Kapstadt (ca. 30km)
Gesamt: ca. 145 km, Fahrzeit ca. 3 Stunden
Aber auch andersherum ist es kaum weniger spektakulär.
Tagesausflug oder übernachten?
Auch wenn die meisten Besucher das Kap der Guten Hoffnung innerhalb eines Tages besuchen, empfiehlt es sich, hierfür mehr Zeit und die ein oder andere Übernachtung einzuplanen. Es gibt genug zu
sehen und zu erleben.
Am Ende der Seite finden Sie die Unterkunfts-Empfehlungen für die Kaphalbinsel.
Geführte Touren: Gibt's bei getyourguide
Ab Kapstadt fährt man linkerhand am Tafelberg bzw. Devil’s Peak vorbei, auf die M3 Richtung Tokai. Man passiert dabei die schönen Vororte Rondebosch und Newlands und streift die Weinregion
Constantia.
Bei Muizenberg erreicht man die False Bay.
Muizenberg: Der Ort ist besonders bekannt für seinen langen Sandstrand und die farbenfrohen Strandhäuschen. Für instagramtaugliche Bilder
kann man hier also gut einen Zwischenstopp einlegen.
Auch wenn man davon keine Anzeichen wahrnimmt, ist dieser Ort historisch bedeutend. In der Schlacht von Muizenberg im Jahr 1795 haben hier die Briten einen entscheidenden Sieg über die Holländer
errungen. Der Startpunkt der die weitere Geschichte Südafrikas prägenden, britischen Besetzung der Kapkolonie.
Von nun an geht es entlang der Küste der False Bay durch die kleinen Hafenorte St. James, Kalk Bay und Fish Hoek bis Simon’s Town.
Kalk Bay: Sehens- und erlebenswert ist der Fischereihafen wo, vor allem nachmittags die Schiff mit frischem Fisch einlaufen und sich lokale Händler, Einheimische und Touristen
mit dem frischen Fang eindecken. Zudem gibt es eine quirlige Szene einladender Antiquitäten- und Kuriositätengeschäfte.
Unterkünfte in Kalk Bay >>
Fish Hoek: Anziehungspunkt hier ist der schöne Sandstrand; vor allem bei Familien beliebt.
Unterkünfte in Fish Hoek
Simon’s Town: Vor allem die Hauptstraße ist gesäumt mit viktorianischen und kapholländischen Häusern welche auf die lange Geschichte des Ortes hinweisen. Gegründet wurde der Ort
von Simon van der Stel, seines Zeichens ersten Gouverneur des Kaplandes.
Ehemals war hier die Basis der britischen Royal Navy. Seit den fünfziger Jahren ist es der Stützpunkt der südafrikanischen Marine.
Heute sind es vor allem die schönen Restaurants und Cafés an der Quayside, die zu einem Zwischenstopp anregen.
Geschichtsinteressierte sollten Ihre Aufmerksamkeit noch auf zwei kleine Museen richten:
Het Posthuys (Main Road), das älteste Gebäude an der False Bay. Zuerst als Aussichtsposten für feindliche Annäherungen errichtet wandelte es sich unter anderem zum Mautposten, Pub und Restaurant.
Rhodes Cottage Museum, das zeitweilige zu Hause und Sterbeort (1902) des – nun ja, vielleicht größten Imperialisten – Cecil John Rhodes. Hier erfährt man mehr übers ein Leben, seien Visionen und sein Leben und seinen Tod.
Etwas südlich von Simon’s Town liegt das mittlerweile zur Touristenattraktion gewordene Boulders Beach mit seiner Pinguinkolonie. Als eine der wenigen im südlichen Afrika verbliebenen Brutplätze der afrikanischen bzw. Brillenpinguine (über)leben hier mittlerweile wieder ca. 2.000 Pinguine dieser Art.
Auf hölzernen Stegen kommt man diesen putzigen Wesen nahe. Selbst am Badestrand von Boulders Beach sind sie sodann zugegen und somit Badepartner (Vorsicht: sie haben rasierklingenscharfe Schnäbel, die sie bei drohender Gefahr gerne einsetzen) … ansonsten schon drollig.
Boulders Beach besitzt zwei Eingänge.
Der Eintritt beträgt 245,00 Rand (Kinder 120,00 Rand; gültig bis Oktober 2026; keine Barzahlung möglich.
An einem Abschnitt darf man sogar baden, zudem gibt es ein kleines Visitor Center und das charmante Seaforth Restaurant.
Nach Boulders Beach geht es weiter zur Einfahrt in den Cape Point National Park.
Zuerst erreicht man über eine Stichstraße das Kap der Guten Hoffnung.
Etwas weiter südlich gelangt man zum Cape Point.
Im südlichsten Teil des Table Mountain Nationalparks, der sich – mit Unterbrechungen - vom Signal Hill in Kapstadt bis zur Spitze der Kaphalbinsel (engl. Cape Peninsula) hinzieht, befinden sich der Cape Point und das Kap der Guten Hoffnung.
Zuerst erreicht man über eine Stichstraße das Kap der Guten Hoffnung. Aufgrund der stürmischen Herausforderungen der ersten Seefahrer, allen voran Bartholomeus Diaz (anno 1488), die hier die Südküste umschifften, ehemals Kap der Stürme genannt.
Etwas weiter südlich gelangt man zum Cape Point. Vom Parkplatz aus kann man hier zu Fuß oder bequem mit einer Zahnradbahn zu dem 250 Meter über dem Meer gelegenen, herrlichen Aussichtspunkt gelangen. Neben einem herrlichen Rundumblick (auch zum Kap der Guten Hoffnung) kann man auch noch weiter genüsslich zum Leuchtturm aus dem 19. Jahrhundert wandern. Es handelt sich dabei um den reichweitenstärksten Leuchtturm Südafrikas (63 Kilometer).
Am Cape Point gibt es ein Kiosk, aber auch ein sehr schönes Restaurant mit herrlichem Seeblick (capepoint.co.za).
Im gesamten Park sind 250 Vogelarten, Antilopen, Paviane (bitte Vorsicht!) und Strauße anzutreffen. Das Besucherbüro befindet sich ungefähr auf halbem Weg von der Einfahrt zum Cape Point. Im Park gibt es mehrere schöne Wanderwege, Picknick-Plätze und sogar geschützte Bademöglichkeiten (Buffels Bay, Diaz Beach).
Auch das Buffelsfontein Visitor Center lohnt einen Besuch, wo man viel über Flora und Fauna lernen kann sowie die multimediale Ausstellung „Origins of Early Southern Sapiens Behaviour“ bestaunen kann.
Parkeintritt - gültig bis Oktober 2026:
515,00 Rand (Kinder 250,00 Rand); keine Barzahlung möglich.
Vom Cape Point geht es nun im Westen zurück nach Kapstadt.
Nachdem man also das Parkgelände verlassen hat, biegt man nach links ab, auf die M65, Richtung Scarborough und Kommetjie.
Gleich gegenüber der Abzweigung liegt die Cape Point Ostrich Farm. Wer mehr über die Tiere erfahren möchte, sollte hier einen Zwischenstopp einlegen. Es gibt Führungen, auch andere Reptilien,
einen Ledershop und ein Restaurant (Link zur Farm)
Bei Kommetjie lohnt ein Stop bei der Imhoff Farm, einem alten Bauernhof mit Hofladen, Restaurant, Café, Kunsthandwerk und Geschäften. (Link zur Farm)
Kommetjie ist für viele (wohlhabende) Kapstädter ein luxuriöser „Fluchtpunkt“, weit genug weg von der Stadt. Hier beginnt der lange Strand von Noordhoek. Außerdem sehenswert der höchste Leuchtturm des Landes, gebaut 1919.
Der nicht enden wollenden Strand von Noordhoek ist 8 Kilometer lang und meistens menschenleer. Er lädt zum Spaziergang oder Ausritt (Link zu Beachrides) ein. Wer das Vergnügen hat mit den Einheimischen in Kontakt zu kommen lernt die ganz besondere – bodenständige, entspannte und friedliche - Lebensart kennen, die diesen Ort so besonders machen.
Gleich hinter Noordhoek Beach beginnt diese 9 Kilometer lange – mautpflichtige – Küstenstraße zwischen Hout Bay und Noordhoek Beach gehört zu den eindrucksvollsten Straßen Südafrikas. Vom Meeresniveau geht es fast bis zum knapp 600 Meter hohen Chapman’s Peak und wieder zurück zum Strand von Noordhoek. Entlang des Weges wird man in Staunen versetzt ob der wunderschönen Aussichten und ob des Könnens und Wagemutes diese Straße Anfang des 20. Jahrhunderts überhaupt zu bauen. Selbstverständlich gibt es immer wieder Haltebuchten und Parkplätze zum Verweilen. Noch vor einigen Jahren war die Straße regelmäßig wegen Steinschlags geschlossen; durch die Mauteinnahmen und entsprechende Baumaßnahmen kommt dies (tagsüber) allerdings nicht mehr allzu oft vor.
Mautgebühr für ein normales Auto und pro Fahrt: 66,00 Rand
Am Ende des Chapman’s Peak Drive gelangt man nach Hout Bay.
Von hier geht es wunderschön entlang der Atlantikküste weiter nordwärts nach Camps Bay und zurück nach Kapstadt.
Etwa 20 Kilometer südlich von Kapstadt gelegen ist Hout Bay heutzutage ein sehr beliebtes Ausflugsziel. Früher wurde das hiesige Holz „abgebaut“ und nach Kapstadt gebracht was dem Ort den Namen gab, Holz-Bucht. Neben der generell wunderschönen Lage an einer pittoresken Bucht zwischen hohen Bergformationen ist es vor allem der lebhafte Fischereihafen und die Mariner’s Wharf (älter als die Kapstädter Waterfront) die Besucher anlocken.
In Hout Bay gibt es einen der größten Vogelparks Afrikas, die World of Birds (Link). Mangels finanzieller Mittel ist die Anlage aber nicht ganz auf der Höhe der Zeit.
Außerdem ist ein Bootsausflug zur Seehundinsel Duiker Island beliebt; hier stranden Hunderte, ja Tausende Seehunde…die nicht immer ein ganz angenehmen Geruch versprühen…was soll’s…imposant ist dieser Ausflug trotzdem.
Der schöne Strand lädt natürlich zum Spazierengehen ein; gebadet wird vor allem zum östlichen Ende der Bucht hin, kurz vor dem Chapman’s Peak Drive.
Die westlich gelegene Atlantikseite der Kaphalbinsel ist wilder und kühler. Es gibt aber sehr schöne und auch sehr sehr lange Strandabschnitte entlang der Küste. Aufgrund des relativ kalten Atlantikwassers nicht immer so einladend um zu baden, wenn man mal von den sehr heißen Tagen im Sommer absieht. Aber die Szenerie und die wunderschöne Landschaften laden zum Verweilen oder Spazierengehen ein.
An der östlichen, der False Bay-Seite ist dank der Strömung vom indischen Ozean das Wasser wärmer, die Saison zum Baden schon etwas länger. Die Strände sind teilweise entsprechend ausgestattet
und familienfreundlicher.
Am Cape Point im Süden ist die Natur deutlich rauer und noch spektakulärer.
Bitte beachten Sie: an den Stränden in Cape Point ist das Baden aufgrund der großen Strömungen verboten. Lassen Sie es einfach!
Auch sonst sollte man die nötige Ehrfurcht vor den Naturgewalten des Wassers walten lassen. Erkundigen Sie sich vor Ort und beachten Sie die lokalen Regeln.