Wo übernachten in Kapstadt

Das ist aufgrund der Vielfältigkeit des Stadtgebietes und der Ausdehnung von Kapstadt gar nicht so einfach zu beantworten und hängt natürlich sehr von den eigenen Vorlieben, auch ein bisschen vom Reisebudget und auch dem eigenen Sicherheitsgefühl ab.

 

Um eine passende Gegend auszusuchen, sollte man sich erstmal kurz mit der Topografie, der Struktur und Lage der Stadt vertraut machen. 

Kapstadts Struktur

Kapstadt ist geprägt von seiner Geografie, dem Tafelbergmassiv, dem Bergrücken Lion’s Head und Signal Hill und dem Meer.

Kapstadt hat kein klassisches Zentrum oder eine Altstadt wie man das von europäischen Städten kennt, um die dann kreisförmig weitere Viertel gruppiert sind. Es sind eher einzelne Viertel, die sich einfach an verschiedenen Stellen dieses Naturraums entwickelt haben.

 

Die gemeinhin als Zentrum bezeichnete City Bowl besteht aus dem Cape Town Business District (CBD) mit seinen Hochhäusern und Büros, dem eigentlichen Zentrum, wenn man so will, und vielen weiteren Vierteln, die sich an den Hängen der Berge aufreihen. Aber auch „hinter“ diesen Bergen geht die Stadt weiter und dehnt sich letztlich in alle Richtungen weithin aus.

 

Also, wo sollte man übernachten? Sie haben die Qual der Wahl:


City Bowl

Die „Stadtschüssel“ liegt wunderschön zwischen dem Tafelberg und an seiner östlichen Flanke, dem Devil’s Peak, dem liegenden Löwen mit seinem Lion’s Head und dem Bergrücken Signal Hill sowie dem Meer und Hafen.

 

Letztlich umfasst das Gebiet die Viertel CBD (Cape Town Business District)De WaterkantBo-Kaap, Tamboerskloof, Gardens, Oranjezicht und Vredehoek.  

Nun zu den einzelnen Vierteln der City Bowl.
In der Karte die grau hinterlegten Gebiete.

Stadtzentrum, De Waterkant & Bo-Kaap

Stadtzentrum - CBD

Im Stadtzentrum gibt es viele historische Sehenswürdigkeiten, wie den Company’s Garden mit Museen, das Castle of Good Hope, das Rathaus, Parlament und viele mehr (Kapstadts Sehenswürdigkeiten).

Außerdem befindet sich hier die schöne Long Street mit all seinen schönen Gebäuden, Restaurant, Bars und Shops. Tagsüber kann man sich hier, mit der stets gebotenen Vorsicht, gut zu Fuß bewegen, abends und nachts kann die „Partymeile“ aber schon auch mal etwas unangenehm werden.

Im Stadtzentrum befindet sich auch die tagsüber bunte und quirlige Fußgängerzone, die sog. St George’s Mall mit dem Greenmarket Square.

 

Wer es also gerne lebhaft mag und viele der Sehenswürdigkeiten vom Hotel aus zu Fuß erkunden möchte ist hier genau richtig.

De Waterkant

De Waterkant ist das nordwestliche Anhängsel des CBD’s. Früher eine heruntergekommene Gegend hat es sich zu einer Art Szeneviertel entwickelt mit schönen Boutiquen und netten Bistros. Nicht nur, aber gerne auch von der LGBTQ Community aufgesucht.  

Bo-Kaap, das historische, auch Malaienviertel genannte, ein Quadratkilometer große Areal liegt zwischen dem Stadtzentrum und dem Signal Hill und ist bekannt für seine bunten Häuser. Hier leben die Nachfahren der im 18. Jahrhundert von der Sklaverei entlassenen Kapmalaien, mehrheitlich muslimisch geprägt.

Vor allem Tagsüber kann man sich hier gut bewegen und es gibt auch ein paar Unterkunftsoptionen. Abends und nachts wird es aber sehr ruhig, mit Nachtleben ist hier nichts. 

Nun zu den Vierteln zu Füßen und an den Hängen der Berge.
In der Karte die blau hinterlegten Gebiete.

Tamboerskloof

Westlich des Zentrums am Hang des Lion’s Head gelegen war das Viertel ursprünglich auch von Sklaven und Freigelassenen aufgesucht worden. Während der Ausdehnung der Stadt und aufgrund der attraktiven und prestigeträchtigen Hanglage zog es bald Handwerker und wohlhabende Bürger an. Deshalb gibt es hier auch noch so viele kolonial angehauchte, viktorianische und edwarianische Häuser.

 

Da es vorrangig als Wohngebiet geplant war, gibt es auch heute kaum Geschäfte oder ein Nachtleben. Das macht es zu einem für Kapstädter Verhältnisse sehr ruhigen und relativ sicheren Gegend ohne Durchgangsverkehr etc. Zudem ist natürlich der Blick, wenn man denn das passende Zimmer hat, geprägt vom Tafelberg und der Stadt und dem Meer.

 

Das Viertel bietet nicht allzu viele Unterkünfte, nur ein Boutique Hotel und ein paar B&B’s und Guesthouses.

Gardens

Gardens liegt südlich der Innenstadt, am Fuß des Tafelbergs. Benannt nach dem Company’s Garden, wo ja ursprünglich das Gemüse und Obst angebaut wurde, zog die Gegend alsbald Beamte, Kaufleute und Intellektuelle an. Das schon immer kulturell geprägte Viertel konnte sich diesen Charakter bis heute weitgehend erhalten und wartet mit vielen Cafés, Restaurants und kleinen Läden auf. Es versprüht also eine gute Mischung aus einem Wohngebiet, Kultur und Ausgehmöglichkeiten.

 

Man kann hier gut Essen gehen oder etwas Trinken, wobei es nicht so partymäßig zugeht, wie man das in der Long Street erleben kann. Es ist relativ sicher hier, abends natürlich lieber wieder in den Nebenstraßen Vorsicht walten lassen.  

 

Vor allem entlang der Kloof Street, ist es recht lebendig und urban. Da die Straße aber auch eine Verbindungsachse (Tafelberg-Gondel, Camps Bay und Stadtzentrum) ist, ist diese auch teilweise laut, was man bei der Wahl seiner Unterkunft beachten sollte.       

 

Insgesamt ist es aber auf jeden Fall eine gute Wahl, hier zu verweilen und zu nächtigen.

Oranjezicht

Auch Oranjezicht zählte zur landwirtschaftlichen Versorgungszone rund um den Comapny’s Garden und beherbergte früh Obstgärten und kleine Farmen am Berghang des Tafelbergs. Und so ist es nicht verwunderlich, dass es sich zu einem für wohlsituierte Bürger zu einem beliebten Wohnviertel mauserte, das auch heute noch mit vielen schönen Häusern und Villen, teilweise mit großen Gärten aufwartet.

 

Hier geht es deutlich ruhiger zu als in Gardens, es ist auch um einiges grüner und trotzdem ist es genauso zentral gelegen. Wen es also nicht stört, dass man hier kein urbanes Leben vor der Türe findet, ist hier sehr gut aufgehoben.

Vredehoek

Vredehoek ist ein ruhiges, etwas steiler am Hang des Tafelbergs und von Devil Peak gelegenes Wohnviertel.

Gemäß dem Namen „Freies Eck“ ist diese Gegend aktuell tatsächlich frei von Hotels, B&B‘s oder Guesthouses. 

Allerdings kann ich Ihnen ein ganz besonderes Appartement bzw. eine Penthouse-Suite empfehlen, die Ihren Aufenthalt in Kapstadt sehr bereichern wird. Lesen mehr dazu hier: Penthouse in Kapstadt-Vredehoek 


V&A Waterfront mit Green Point

In der Karte die orange hinterlegten Gebiete. 

Das touristische Zentrum Kapstadts ist ohne Zweifel die V&A Waterfront. Dieses Hafenareal bietet eine wunderbare und sichere Atmosphäre entlang der ehemaligen Docks und ist sowohl für Einheimische als auch Besucher ein beliebtes Ziel.

Neben einer Vielzahl von den unterschiedlichsten Geschäften gibt es dort eine große Anzahl an verschiedenen Restaurants, Cafés und Bistros, die zum Verweilen einladen. Neben vielen Events, die hier stattfinden, oft an der großen Bühne im Freien, spielen hier immer Musiker oder performen Künstler aller Art. Es gibt ein Riesenrad, das einen wunderbaren Blick über das Areal liefert, und es gibt allerhand Bootstouren, die von hier aus starten, sei es zur Gefängnisinsel Robben Island, einer Hafenrundfahrt oder zum Sonnenuntergang mit Champagner.

 

Und Unterkünfte gibt es selbstverständlich auch, entweder direkt an der Waterfront oder der näheren Umgebung.  

Waterfront

Hier hat man das pralle Leben vor der Türe und es handelt sich um die sicherste Gegend Kapstadts. Dies hat natürlich auch seinen Preis, und selbst die nicht so luxuriösen Unterkünfte rufen entsprechende Preise auf.

 

Auf dem Gelände der Waterfront befinden sich die folgenden Hotels: The Table Bay Hotel, das Victora & Alfred Hotel, das Silo Hotel, das Cape Grace sowie das Radisson RED Hotel.
Sehr nah dran sind es dann nochmal acht weitere Hotels. 

Green Point

Jenseits der größeren Straße, des Helen Suzmann Boulevards bzw. der Main Road beginnt dann schon der Stadtteil Greenpoint, welcher sich Richtung Westen vorbei am schönen Stadion bis zum Green Point Park ausdehnt. Hier gibt es Sportstätten und einen Golfplatz, aber keine Wohnungen oder Hotels.

 

Das wäre dann der Teil des Viertels, der sich am Hang des Signals Hills befindet. Dieser sehr gut zum Übernachten geeignete Stadtteil liegt auf der einen Seite also zwischen der Waterfront und Sea Point, auf der anderen Seite zwischen der Waterfront und De Waterkant und dem Stadtzentrum.

 

Es ein international geprägtes, sehr urbanes und lebendiges Viertel mit vielen Restaurants, Cafés und Bars. Aufgrund der Durchgangsstraßen ist es aber auch lauter als andere Viertel, was umso besser wird, je höher man kommt. 


Sea Point mit Three Anchors Bay und Fresnaye

In der Karte die gelb hinterlegten Gebiete. 

Auf der Westseite vom Signal Hill und Lion’s Head befindet sich Sea Point, wie der Name schon sagt, direkt am Ufer des Atlantiks. Genau das macht es unter anderem so interessant, hier sein Quartier aufzuschlagen. Man kann hier kilometerlang auf der Uferpromenade spazieren, Joggen oder Radfahren. Zudem hat man viele Restaurants und Cafés zur Auswahl, besonders entlang der Hauptstraße. Die Bebauung ist zwar geprägt von großen Blocks und in den hinteren Straßen wirkt es teilweise sehr eng, die Nähe zu den Annehmlichkeiten einer Uferpromenade und die gute Lage, um sowohl in die Stadt zu kommen als auch südlich nach Camps Bay macht es zu einem zurecht beliebten und auch relativ sicheren Viertel.

Zwischen Green Point und Sea Point liegt noch das kleine Stadtviertel Three Anchors Bay, welches noch nicht so attraktiv ist wie Sea Point, aber doch eine Handvoll guter Unterkünfte bietet. 

Größtenteil luxuriöser und ruhiger geht es im angrenzenden Stadtviertel Fresnaye zu. Das gehoben Wohnviertel am Hang des Lion’s Head bietet eine tolle Aussicht auf den Atlantik, ist aber eben ein klassisches Wohnviertel ohne weitere Annehmlichkeiten. Entsprechend gibt es nur ein paar wenige, teilweise dafür aber sehr schöne Unterkünfte.


Camps Bay, Bantry Bay und Clifton

In der Karte die rot hinterlegten Gebiete. 

Südwestlich von der Innenstadt, hinter dem Lion’s Head und vor der traumhaften Kulisse der Bergkette Twelve Apostles liegt das vornehme Camps Bay an einem langgezogenen, großen Sandstrand am Atlantik. Man kommt via Sea Point hierher oder über das sogenannte Kloof Nek, also den „Schlucht-Pass“ zwischen Lion’s Head und dem Tafelberg, welches die City Bowl mit Camps Bay verbindet.

 

Camps Bay ist, einfach weil es so schön ist, sehr touristisch und gerade in der Hochsaison sehr voll. Es ist schick und auch etwas mondän, auf jeden Fall gesegnet mit einer wunderschönen Kulisse, tollen Sonnenuntergängen und einem luxuriösen Lebensstil.

An der Promenade zum Strand reihen sich die Restaurants, Cafés und Bars, den Hang hinauf gibt es viele sehr schöne Unterkünfte.

 

Wenn man sich also eher wie in einem Strandresort fühlen möchte als in einer Großstadt, dann ist man hier richtig. Der Weg ins Zentrum oder auch zur Waterfront zurück kann gerade zur Hochsaison schon auch mal etwas lang werden, dessen muss man sich halt bewusst sein.     

Wenn man am Meer entlang nach Camps Bay fährt, passiert man vorher noch die kleinen Luxusoasen Bantry Bay und Clifton. Dies sind zum Wohnen die teuersten Gegenden Südafrikas. Der Blick, die vier kleinen Strandbuchten und die windfreie Zone machen es zu dem Hotspot für die Wohlhabenden und ganz alteingesessenen Kapstadts.

 

Entsprechend gibt es kaum buchbare Unterkünfte, dafür aber eher sehr luxuriöse, wie zum Beispiel, das Ellerman House in Bantry Bay, wohl eines der exklusivsten Hotels in Kapstadt.


Newlands und Constantia

In der Karte die grün hinterlegten Gebiete.

Die Region östlich des Tafelbergs, also in gewisser Weise „hinter“ dem Tafelberg wird oft bei der Auswahl einer Unterkunft übersehen. Jedoch ist dies eine sehr grüne, wohlhabende und eher sichere Gegend. Hier stehen viele alte Villen mit großem Baumbestand, die gemeinsam mit der Nähe zum Berg ein etwas kühleres Mikroklima schaffen.

 

Klar ist man hier etwas weiter von der Innenstadt und Waterfront entfernt, deshalb ist es gegebenenfalls nichts für Erstbesucher, aber alle die eine gewissen Abgeschiedenheit und Ruhe suchen und auch gerne mal schön wandern wollen, sind hier sehr gut aufgehoben.

 

Newlands ist dabei der nördlichere, etwas stadtnäherer Teil. Es ist ein grünes Stadtviertel, während Constantia etwas südlich davon liegt und schon eher einer ländlichen Weinregion gleicht. Hier wurde schon früh bei der Besiedlung Landwirtschaft betrieben, wie auch die ältesten Weinfarmen Südafrikas belegen. Groot Constantia und Steenberg sind dabei die ältesten ihrer Art, Ende des 17. Jahrhunderts gegründet. Im Hotel auf Steenberg kann man sogar luxuriös übernachten und den Hauch der Geschichte atmen. Aber auch sonst gibt es viele schöne Unterkunftsmöglichkeiten. 


Bloubergstrand

In der Karte das lila hinterlegte Gebiet.

Bloubergstrand liegt auf der anderen Seite der Tafelbucht, nördlich des Stadtzentrums, immer am Atlantik entlang. Die Region ist bekannt für den schönen Blick auf die Silhouette Kapstadts mit dem Tafelberg, Devil’s Peak, Lion’s Head und den Hochhäusern der Stadt. Ebenso ist es ein Hotspot für Surfer und Kitesurfer, da hier beständig der Wind weht. Es ist eine gute Mischung aus Einheimischen und Touristen, vor allen junge Surfer. Es gibt nette Restaurants, Cafés und Bars. Allerdings ist es halt schon ein gutes Stück weit weg von Kapstadt selbst. 

Silhouette von Kapstadt mit Tafelberg